Apassionata

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Standort
Berlin, Deutschland
Jahr
2013

Dezember 2013. Beim geladenen Wettbewerb für eine Veranstaltungsstätte und einen Park der Marke Apassionata ging GRAFT aus fünf eingeladenen Büros als Sieger hervor (weitere Büros: Sauerbruch Hutton, Jürgen Mayer H., Ludloff+Ludloff, Claudius Pratsch).

Die Aufgabe bestand darin ein temporäres Bauwerk für die Pferde-Erlebnisshow zu entwerfen, das sich sowohl für eine lange Laufzeit als auch für den Ab- und Wiederaufbau eignet. Das Bauwerk wird als Holzstruktur vorgeschlagen, dessen Hauptelement eine leichte Holzrasterschale ist, die den Bau überspannt.

Das Kernstück der gesamten Anlage bildet der Veranstaltungsbau, dessen Herz in Form des Auditoriums vor allem das Erlebnis des Zuschauers in den Mittelpunkt der Inszenierung rückt. Die szenografische Narration beginnt allerdings für den Besucher der Unterhaltungsshow bereits bei der Ankunft auf dem Gelände. Von hier an folgt die Architekturerfahrung einem dichten, linearen Ablauf und gleicht einem eigenen kleinen Theaterstück. Beim Eintreffen, im „Prolog“, erblickt der Zuschauer die Silhouette des Gebäudes, dessen Gesamtform die Kraft und Dynamik freier, laufender Pferde abstrahiert. Diese architecture parlante schafft einen außergewöhnlichen Charakter und eine eindeutige Erkennbarkeit, die als ikonografischer Bildwert der Marke Apassionata eine gebaute Form verleiht. Im ersten Akt begegnet der Besucher im Eingangsbereich dem „Gesicht“ des Bauwerks, das mit seiner aufgebrochenen Holzstruktur an die Blesse eines Pferdes erinnert. Das Foyer, mit Garderobe und Shop, bildet den zweiten Akt, der innenarchitektonisch bereits auf die nächste Zone hinweist. So sind in diesem Übergangsbereich beispielsweise die rot gestalteten Schnittkanten eine Andeutung auf die Farbcodierung des Auditoriums. Hier, im Veranstaltungssaal, wird im dritten Akt die eigentliche Pferdeshow erlebt. Neigungswinkel, die leichte Wölbung sowie der Einheitsgedanke der Tribüne greifen Merkmale eines klassisch griechischen Auditoriums auf, um ein gemeinsames Erlebnis mit optimaler Sicht zu ermöglichen. Das sichtbare Gitterwerk des leichten Holztragwerks übernimmt sowohl gestalterische als auch akustische Funktionen. Insgesamt verbindet die Bauskulptur die Ansprüche an einen temporären, flexiblen und hochwertigen Veranstaltungsbau mit dem Ausdruck einzigartiger, ikonografischer Bildkraft.

Um das Bauwerk herum entsteht zudem ein großer Landschaftspark, eine Art Pferdewelt, durch die der Besucher wandeln kann. Neben gastronomischen Angeboten besteht im Park außerdem die Möglichkeit das Training der Pferde zu besuchen und alles über den eigentlichen Star der Anlage, das Pferd, zu erfahren.

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